Aus dem Wunsch eines eigenen Jugendraumes entstand die Idee, die unbenützte Gemeinschaftswaschküche der Gemeinde Leisach zu einem solchen umzuwandeln bzw. auszubauen. So kam schlussendlich auch der Name unseres Jugendclubs zu Stande. Nach der Vollendung der Bauarbeiten standen zunächst vor allem gesellige Zusammenkünfte auf dem Programm. Bald ging man daran, Veranstaltungen zu organisieren, die sowohl für die Jugendlichen als auch für die gesamte Dorfgemeinschaft eine Bereicherung darstellten. Seit April 1986 ist die Waschkuchl als Verein mit der Bezeichnung JUGENDCLUB WASCHKUCHL LEISACH registriert. 1986/87 zog man dann in die neuen Räumlichkeiten ober der Kirche ein. Viele, viele Arbeitsstunden waren nötig, um die Räumlichkeiten so zu gestalten, wie wir sie heute teilweise noch vorfinden. Im Juni 1987 wurde die Waschkuchl dann offiziell im neuen Gebäude eröffnet.
Auszug aus der Chronik der Waschkuchl von 1984/85
5. Mai 1984: Maikränzchen
Der Gedanke dieses Festes war der, dass sich die Leisacher einmal in geselliger Runde treffen, ein bisschen miteinander plaudern, ein Gräschen trinken und bei flotter Musik das Tanzbein schwingen. Wochen davor wurden kleine Preise für eine Verlosung gesammelt und Lose verkauft, um allen einen kleinen Ansporn zum Kommen zu geben.
Zu unserer Freude war dann am Abend des 5. Mai der liebevoll umgestaltete Theatersaal bis auf den letzten Platz besetzt. Die Atmosphäre war ausgelassen und fröhlich – vielleicht war das Begrüßungsschnäpschen ein wenig Schuld daran – alles tanzte zur stimmungsvollen Musik des "Schloßberg-Quintett", an der Schnapsbar wurden Freundschaften geschlossen und so mancher, der nur mit seinem Lostreffer seinen Preis abholen wollte, ließ sich vom Trubel im Saale anstecken und amüsierte sich bis in die frühen Morgenstunden.
5. Dezember: Leisach Krampuslauf
Das wilde Krampustreiben, das in den vergangen Jahren in unserem Dorf praktiziert wurde, fand in der Bevölkerung von Leisach immer mehr Verachtung. Alte Bräuche sollen ja gepflegt werden und nicht in einer Welle von Missstimmungen untergehen. Deshalb wollten wir etwas ganz besonderes machen – einen richtigen organisierten Krampuslauf, bei dem jeder die Krampusse aus allernächster Nähe betrachten kann ohne "schmerzfreie Schläge" befürchten zu müssen.
Drei Nikoläuse mit süßen Engelchen gefolgt von einer Schar tobender Krampusse zogen vom Schulhaus aus auf den hell erleuchteten Dorfplatz ein, wo die Zuschauer bereits bei Tee mit Rum auf den Umzug warteten. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Nikoläuse durften die Teufel die Menge ein bisschen erschrecken. Begleitet vom furchterregenden Klang der Glocken liefen sie ein paar Runden über den Dorfplatz bis sie ihre "Opfer" fanden, aus den Zuschauerreihen zerrten und in einen alten Karren steckten. Dort bekamen die "Opfer" ein Stamperl Kaiserbirn zur Stärkung. Mit einem schrillen Pfiff wurde dem Spuk ein Ende gesetzt und die Nikoläuse zogen samt ihrem Gefolge ab. Beim Leisacher Wirt bekamen dann die Krampusse von unserem Bürgermeister einen schmackhaften Bauernschmaus.
Auszug aus der Geschichte der Waschkuchl vom Juni 1986
Aus der Niederschrift über die Sitzung des Gemeinderates der Gemeinde Leisach am Donnerstag, den 17. März 1955 (Tagesordnung 6c): "Der Gemeinderat beschließt einstimmig, zur Unterstützung der Hausfrauen eine Waschmaschine mit Boiler anzukaufen. Die Waschanlage wird im bisherigen Werkzeugraum der Holzlege des Schulhauses Leisach eingerichtet. Über die von den Beteiligten zu kaufende Anteile wird in der Folge ein Beschluss des Gemeinderates erfolgen."
Zweck der Gemeinschaftswaschküche, die also im Jahre 1955 eingerichtet wurde, war, allen Gemeindebewohnern die Benützung der vor allem kräftesparenden "Waschmaschine"– die ersten noch handbetriebenen Modelle gab es schon Ende des vorigen Jahrhunderts – gegen Entgelt zu ermöglichen. Auch in Burgfrieden gab es eine Waschanlage. Da sich mittlerweile in jedem Haushalt eine Waschmaschine, deren Technik und Bedienungskomfort sich immer weiter verbesserte, befand, wurde 1977 der Betrieb aus Rentabilitätsgründen eingestellt. Nachdem die Geräte entfernt worden waren, erinnerte nur mehr die Aufschrift an die einstige Funktion dieses unscheinbaren Gebäudes.
Bei einer gemütlichen Runde in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1983 wurde wieder der uralte Traum eines Jugendraumes wach. Man begann sich umzuschauen und sah in der "Waschkuchl" eine prinzipiell geeignete Möglichkeit. Nachdem vorsichtig die Zustimmung der Gemeinde eingeholt worden war, kehrte aber bald wieder Ruhe und Warten in die anfänglich hitzige Waschkuchl-Idee ein, bis schließlich Andreas Delacher und Paul Oberwalder – mit einem großen Eisenhammer bewaffnet – quasi den Grundstein für die heutige Waschkuchl legten, indem das noch vorhandene Betonbecken brutal entfernt wurde. Ein Holzhammer, der vermutlich zum Einschlagen der Abflussstöpsel diente, ist das einzige Relikt aus vergangenen Tagen.
So begannen Anfang 1984 die Um- und Ausbauarbeiten (Kamin, Türstock, Boden, Elektro- und Wasserinstallationen, Lüftung, Täfelung, Bar,…). Begeisterte Helfer waren bald zur Stelle! Dank der Hilfe von verschiedenster Seite konnte das Werk innerhalb kürzester Zeit kostengünstig vollendet und am 28.02.1984 (Faschingsdienstag) offiziell eröffnet werden. Das anhaltende Interesse an diesem Jugendraum zeigt, dass es sich dabei um keinen Faschingsscherz handelte.
Unser besonderer DANK gilt an dieser Stelle
- dem Bürgermeister Siegmund Senfter, der die Waschkuchl von allem Anfang an immer unterstützt hat,
- unseren Nachbarn, die bisher immer verständnisvoll waren, obwohl dies, mit Sicherheit, nicht immer leicht war.